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„Schulstart“ wirkt, ist wichtig und geht auch 2016 weiter!

08. 02. 2016

Studie bestätigt Wichtigkeit und Wirkung von Projekten wie „Schulstart – Gleiche Chancen für alle!“

Eine am 25. Januar 2016 vorgestellte Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestätigt den Bedarf an Unterstützung für Familien, die bereits von staatlichen Leistungen, z. B. Bildungs- und Teilhabepaket, profitieren. Untersucht wurde, ob das 2011 eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung (BuT) genügend Mittel zur Verfügung stellt, um Kindern aus bedürftigen Familien gleichberechtigte Teilhabe am Schulleben zu ermöglichen. Die

Publikation zur Studie wurde am 25.1. im Landeskirchenamt in Hannover vorgestellt. Die quantitative und qualitative Untersuchung belegt, dass die Schulbedarfskosten mit der Leistung zur Ausstattung im SGB II und dem BuT in der Tat bei weitem nicht gedeckt werden können. Die Autoren der Studie empfehlen daher, die entsprechenden Leistungen anzupassen, und in den Schulen mehr Kostenklarheit einzuführen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

 

  • Die jährlichen Kosten für Schulbedarf summieren sich in Niedersachsen auf teilweise mehr als 300 Euro.

  • Je nach Jahrgangsstufe schwanken die durchschnittlichen Schulbedarfskosten pro Schuljahr stark. Die höchsten Kostenbeträge entstehen im Einschulungsjahr (300 Euro), im Übergang zu einer weiterführenden Schule (350 Euro) und in den Klassenstufen 7/8.

  • In keinem der Schuljahre 1 bis 10 liegen die durchschnittlichen Schulbedarfskosten unter 150 Euro. In Gymnasien, Realschulen, Oberschulen und Gesamtschulen bewegen sie sich in den Klassenstufen 5 bis 10 immer über 200 Euro.

 

Link zur Studie: https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2016/01/2016_01_25_2

 

Die vorhandene Lücke zwischen staatlicher Unterstützung und tatsächlichem Bedarf, wird in unserer Region durch das Projekt „Schulstart – Gleiche Chancen für alle!“ geschlossen.

 

 

Ziel des Projektes ist es, allen bedürftigen schulpflichtigen Kindern (bis zur 10. Klasse) bzw. deren Familien, die auf die Dienstleistungen der Neuruppiner Tafel angewiesen sind, den jährlichen Kauf einer Grundausstattung an Schulbedarf zu ermöglichen. Für jedes schulpflichtige Kind bekommen die Familien einen Gutschein in Höhe von 50 €. Dieser kann in einem Schreibwarengeschäft in Neuruppin eingelöst werden. Der jährliche Bedarf an Gutscheinen wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Neuruppiner Tafel bzw. seit 2014 auch von den Sozialarbeiterinnen des Übergangswohnheims in Neuruppin für den gesamten LK OPR ermittelt.

Außerdem bekommen alle Kinder der Zielgruppe, die eingeschult werden, ein Schulranzen-Set (Schulranzen, Federmappe, Sportbeutel, Brotbüchse usw.) im Wert von 150 € bis 200 €. Wir haben uns bewusst für hochwertige Schulranzen-Sets entschieden, da nicht schon am ersten Schultag soziale Unterschiede an materiellen Dingen deutlich werden sollen. Überdies hinaus sollen die schönen Schulranzen-Sets die Kinder motivieren und ihnen eine besondere Freude bereiten. Der positive Effekt wird uns immer wieder von der Neuruppiner Tafel bestätigt. Ein weiteres Ziel ist es, immer wieder darauf hinzuweisen und ein Bewusstsein zu schaffen, dass es auch in unserer relativ reichen Gesellschaft, relativ arme Familien und im Besonderen Kinder gibt. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, dass wir uns nicht mit der bestehenden Situation zufrieden geben, sondern weiter gemeinsam daran arbeiten,  (Kinder-)Armut zu bekämpfen und zu überwinden. Wir haben uns für Gutscheine an Stelle von Schulmaterialien entschieden, weil die gemeinsame und selbstbestimmte Auswahl der Schulmaterialien für uns ein elementarer Teil des Projektes – und eigentlich eine Selbstverständlichkeit - ist. Vom Jobcenter Ostprignitz-Ruppin wurde gleich zu Beginn des Projektes versichert, dass weder die Gutscheine noch die Schulranzen-Sets auf die Leistungen der Behörde an die Familien angerechnet werden. Der Hinweis dazu kam von der Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler.

Bei den Kindern, die durch Flucht nach Deutschland gekommen sind, soll die Unterstützung durch „Schulstart“ zusätzlich ein Zeichen des Willkommens sein und ihnen sowie ihren Familien zeigen, dass sie zu uns gehören und unsere Solidarität haben.

Wir sind froh und stolz, dass seit dem Jahr 2014 nicht nur die Familien, die die Dienstleistungen der Neuruppiner Tafel nutzen zu unserer Zielgruppe gehören, sondern auch alle Familien mit schulpflichtigen Kindern aus Flüchtlingsfamilien im Landkreis OPR.“, so Ivo Haase (Projektleiter) und weiter „Zusätzlich möchten wir im Jahr 2016 ein unkompliziertes Beratungsangebot für die Eltern unserer Zielgruppe schaffen, um diese über die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes zu informieren und ihnen gegebenenfalls bei der Antragstellung zu helfen.“

In Zusammenarbeit mit der AWO OPR, der Neuruppiner Tafel, dem Übergangswohnheim in Treskow, dem Leoclub Neuruppin und dem Lions Club werben u. a. die Wirtschaftsjunioren OPR und die Ruppiner Wirtschaftsgemeinschaft auf zahlreichen Veranstaltungen und durch eigene Aktionen um Spenden. Allein im Jahr 2015 kamen so mehr als 11.000 Euro für „Schulstart” zusammen. So konnte auch im vergangenen Jahr der stark gestiegene Bedarf gedeckt werden.

Wie viele Menschen hat unser Projekt bis jetzt tatsächlich erreichen können?

Antwort: seit Projektstart im Jahr 2010: über 500 Kinder und deren Familien (Neuruppiner Tafel); seit 2014: 70 Kinder und deren Familien (Flüchtlinge im Landkreis OPR)

Wie unterscheidet sich unser Projekt von anderen Hilfsangeboten?

Antwort: Unser Projekt basiert auf Vertrauen gegenüber den Fachleuten (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Neuruppiner Tafel und des Übergangswohnheims) und gegenüber den Projektpartnern, z. B. Schreibwarengeschäft.

Wir verzichten auf Antragsverfahren, unnötige Bürokratie, Einzelfallprüfung und Verwendungsnachweise (der einzige Nachweis ist der Gutschein). Das spart Ressourcen (im Besonderen Geld und Zeit), senkt die Hemmschwelle für die Mitglieder unserer Zielgruppen und respektiert die Würde der betroffenen Menschen.

Die große Bedeutung des Projektes zeigt sich auch in der Unterstützung zahlreicher Landes- und Bundespolitiker.

Besondere Ereignisse im Jahr 2015:

  • Die Übergabe für die Gutscheine und der Schulranzen-Sets an das Team der Ruppiner Tafel fand am 4. Juni 2015 in Anwesenheit von Bildungsminister Günter Baaske statt. An den Übergabeveranstaltungen nehmen Projektpartner, Medienvertreter und Sponsoren teil. Die Übergabe der Gutscheine und der Schulranzen-Sets an die Familien erfolgt ohne Öffentlichkeit durch das Team der Tafel.

  • Bereits am 2. Juni wurden, in Anwesenheit von Klaus Ness (Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag), die Gutscheine und Schulranzen-Sets für die Schulkinder aus den Flüchtlingsfamilien übergeben; ausnahmsweise in Anwesenheit der Familie.

  • Abschlussveranstaltung “Schulstart 2015” mit Ministerin Golze: Auch Sozialministerin Golze, die sich als Ministerin im Besonderen der Bekämpfung von Kinderarmut widmet, hat sich am 9. September im Rahmen der Abschlussveranstaltung des diesjähriges Projektjahres, einen persönlichen Eindruck vom Projekt machen können.

  • Fahrt in den Tierpark: Am 20. September 2015 fuhren über 50 Kinder aus den Übergangswohnheimen in Neuruppin und in Lentzke sowie der Neuruppiner Tafel in den Tierpark Kunsterspring. Die Fahrt nach Kunsterspring wurde aus dem Fond zur „Unterstützung ehrenamtlicherWillkommensinitiativen“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie gefördert.

  • Fahrt zu den Füchsen Berlin: Am 18. Oktober 2015 fuhren 60 Neuruppinerinnen und Neuruppiner (Ruppiner Tafel, ÜWH und HCN) zu einem Bundesliga-Handballspiel der Füchse Berlin. Der Ausflug, im Rahmen des Projektes „Schulstart“, erfolgte auf Einladung der Füchse Berlin.

  • “Schulstart” wird Stipendiat bei startsocial: Damit „Schulstart“ auch in den nächsten Jahren erfolgreich sein kann, hat sich das Projekt in diesem Jahr erfolgreich bei der Initiative „startsocial“beworben. Ziel des Stipendiums ist es, Unterstützung bei der Umsetzung verschiedener Ziele zu erhalten, darunter die Akquise von Spenden über eine Online-Plattform sowie die bessere Einbeziehung von Unterstützerinnen und Unterstützern.

Die Online-Spendensammlung wurde inzwischen eingerichtet und ist unter folgendem Link erreichbar: www.betterplace.org/p38210. Die Spendensammlung ist sowohl für die Unterstützerinnen und Unterstützer, als auch für das Projekt kostenlos. Die ersten Spenden sind bereits eingegangen. Wir wollen damit ein geeignetes und unkompliziertes Angebot, vor allem für Kleinspender, bieten.

Auf unserer neuen Internetpräsenz können sich Interessiere nicht nur über das Projekt informieren, sondern auch spenden. Internetseite "Schulstart": www.schulstart-gleiche-chancen.de

Auf unserer Fanseite bei Facebook informieren wir nicht nur regelmäßig über unsere Projekte, sondern zusätzlich machen wir auf interessante Hilfsmittel, Publikationen und Unterstützungsangebote für ehrenamtliche Initiativen aufmerksam. Fanseite (FB) "Schulstart": www.facebook.com/Schulstartspendensammlung

Wir erwarten, dass der Bedarf an Gutscheinen und Schulranzen-Sets im Jahr 2016, den Bedarf des vergangenen Jahres (11.000 €) noch übersteigen wird. Das hat in erster Linie mit der steigenden Anzahl an schulpflichtigen Kindern aus Flüchtlingsfamilien in unserem Landkreis zu tun. Unser Ziel ist es, diesen Bedarf trotzdem und gerade deshalb zu decken und wir werden dieses Ziel, gemeinsam mit alten und neuen Unterstützerinnen und Unterstützern, erreichen. Schon jetzt sind viele Spenden der Institutionen eingegangen, die uns seit 2010 unterstützen, darunter der Lions Club Neuruppin (1000 €), die Wirtschaftsjunioren OPR (250 €), der Leoclub Neuruppin (250 €) und die PeHa GmbH (250 €). Mit 500 € wurde unser Projekt durch die Aktion „Sterntaler“ unterstützt.

Spendenkonto:

Projektträger: AWO OPR e. V.

Bankverbindung: DE65 1605 0202 1621 0124 56 (IBAN; Sparkasse OPR)

Stichwort: „Spende“ (Wir können Zuwendungsbescheinigungen ausstellen.)

Bei Fragen, stehe ich gerne unter 0170-9277077 zur Verfügung.

Vielen Dank und herzliche Grüße

Ivo Haase, Projektleiter

 

Foto: Schulstart

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